Mahlers Beethoven

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Beethoven im Lichte der Mahler‘schen Interpretation - Die Komische Oper Berlin wagt sich am Freitag, 14. November, an die deutsche Erstaufführung der Sinfonie Nr. 5 c-moll op. 67 in Bearbeitung Gustav Mahlers.
Als Komponist bekannt für seine großrahmigen, spätromantischen Sinfonien, erkannte Mahler im Rahmen seiner Dirigententätigkeit, dass die Beethoven‘schen Sinfonien für gewöhnliche Dirigenten Probleme bargen – und arbeitete sie kurzerhand um. Dabei interpretierte und aktualisierte er sie. Die Wiedergabe der Aufführungspraxis Beethovens erschien ihm nicht zeitgemäß, da sich die Instrumentaltechnik seitdem stark verbessert hatte.
Auch Beethovens 5. Sinfonie, bekannt als „Schicksalssinfonie“, bearbeitete Mahler in diesem Sinne. Er verstärkte die Orchestrierung, passte die Stimmen den weiterentwickelten Blechblasinstrumenten an und verdeutlichte Phrasen und Akzente gemäß seiner Werkinterpretation. Im Mittelpunkt seiner Beethoven-Bearbeitungen stand immer das Bestreben Mahlers, die sinfonischen Strukturen Beethovens durch Anpassung an die neuen klanglichen Möglichkeiten seiner Zeit zu verstärken und die Klangbalance zu optimieren. Häufig missverstanden stießen seine Bearbeitungen bei Beethoven-Verehrern dennoch meistens auf Kritik und Unmut. Bis heute führen diese Werke ein Schattendasein.
Die Aufführung in der Komischen Oper Berlin bietet somit die seltene Chance, Beethoven im Lichte der Kompositionstechnik Mahlers und seiner Zeit zu hören. Ein Versuch, den Klang der Sinfonien Beethovens zu ergründen, hätte dieser bereits die technischen und klanglichen Möglichkeiten Mahlers gehabt.

Notenmaterial zum Werk finden Sie hier. Im Katalog finden Sie außerdem weitere Kompositionen und Bearbeitungen von Gustav Mahler.

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