Erich Wolfgang Korngold

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Erich Wolfgang Korngold (1897-1957) wurde in Brno im heutigen Tschechien geboren. Dass sein Vater, der Musikkritiker Julius Korngold, der Zweiten Wiener Schule ablehnend gegenüber stand, hatte auf die Karriere des Sohnes mit Sicherheit Einfluss. Schon in jungen Jahren komponierte er in einer intensiv chromatisch gefärbten Tonsprache. Dass er ein Wunderkind war, ist durch Gustav Mahler bezeugt (der ihn zum Genie erklärte und ihn zum Studium an Zemlinsky empfahl), auch durch Felix Weingartner und Richard Strauss. Die Ballett-Pantomime "Der Schneemann" des elfjährigen Korngold wurde im Beisein von Kaiser Franz Josef an der Wiener Hofoper aufgeführt. Er war 23 und hatte bereits zwei Einakter geschrieben, als seine bekannteste Oper "Die tote Stadt" gleichzeitig in Hamburg und Köln uraufgeführt wurde. 1924, drei Jahre später, heiratete Korngold. Um zu Geld zu kommen nahm er diverse Aufträge an, Klassiker des Operettengenres neu zu orchestrieren und zu arrangieren, so etwa Johann Strauß' "Eine Nacht in Venedig" und "Die Fledermaus" - mit Erfolg beim Publikum, zum Unwillen der Kritik.

Noch weniger gefiel den Kritikern, dass Korngold auch für den Film komponierte. Max Reinhardt brachte ihn nach Amerika, die Arbeit in Hollywood bescherte ihm zwei Oscars: 1936 für die Musik zu "Anthony Adverse" und zwei Jahre später für "The Adventures of Robin Hood". Im Sommer 1938 war Korngold wieder nach Hollywood gereist. Er sollte lange bleiben, nach dem „Anschluss“ Österreichs durch Nazi-Deutschland war an eine Rückkehr nicht zu denken. Mitarbeiter des Verlages Josef Weinberger retteten aus seiner bereits konfiszierten Wiener Wohnung zahlreiche Manuskripte und sandten sie, zwischen anderen Unterlagen verborgen, nach und nach mit der Post in die USA.

Erst 1949 kam es zur Rückkehr nach Europa. Korngold fand das musikalische Klima verändert, die Kritik begegnete ihm fast einhellig mit Ablehnung. Dennoch sagte er über sein letztes Werk, die Symphonie Fis-Dur: "Ich glaube, meine neue Symphonie wird der Welt zeigen, dass Atonalität, hässliche Dissonanz und die Preisgabe von Inspiration, Form, Ausdruck, Melodie und Schönheit die Musik in die Katastrophe führen werden."

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