Emmerich Kálmán

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Emmerich Kálmán wurde 1882 in Ungarn geboren, am Plattensee. Er wollte eigentlich Pianist werden, doch musste diesen Plan wegen einer Handverletzung aufgeben. So studierte er an der Budapester Musikakademie Komposition, Bartók und Kodaly waren unter seinen Kommilitonen. Daneben verdiente sich Kálmán etwas Geld als Musikrezensent bei der größten Tageszeitung der Stadt. Eine enge Freundschaft zum Chefredakteur des Blattes entstand, dem Dramatiker Franz Molnár. Bald gab es erste Aufführungen – nicht von Operetten, sondern von ernsten Werken Kálmáns; so 1904 die symphonische Dichtung "Saturnalia", uraufgeführt durch das Budapester Symphonieorchester.

Kálmáns Bemühungen, für seine ernsten Werke einen Verleger zu finden, blieben jedoch erfolglos. „Wenn es so weiter geht, schreibe ich noch eine Operette!“ soll er damals gesagt haben. Und so kam es tatsächlich. 1908 hatte "Ein Herbstmanöver" in Budapest Premiere. Der Erfolg war enorm, ein Jahr später folgte die Erstaufführung des Werkes im "Operetten-Olymp" der Zeit, dem Theater an der Wien. Der Grundstein für eine einzigartige Karriere war gelegt.

Als die für den 13. November 1915 geplante Premiere der "Csárdásfürstin" wegen der Erkrankung eines Sängers um mehrere Tage verschoben werden musste, war der abergläubische Kálmán erleichtert. Musikalisch sollte sie eine der wenigen Operetten werden, aus denen jede einzelne Nummer ein Hit ist und im Gedächtnis bleibt. Das Libretto von Béla Jenbach und dem erfahrenen Leo Stein (der schon bei Strauß' "Wiener Blut" und Lehárs "Lustiger Witwe" mitgewirkt hatte) ist ein Spiegelbild jener Welt dekadenter Kaffeehausgänger und Theateraristokraten, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges für immer unterging.

In den folgenden Jahren feierte Kálmán ähnlich große Erfolge mit seinen Operetten "Gräfin Mariza" (1924) und "Die Herzogin von Chicago" (1928). Das Jahr 1933 brachte zwar noch die erfolgreiche UFA-Verfilmung der "Csárdásfürstin" mit Marta Eggerth, doch die nationalsozialistische Machtergreifung im selben Jahr war ein schicksalhafter Wendepunkt. Der Entschluss, Europa zu verlassen, fiel erst spät: Kálmán ging zusammen mit seiner Frau Vera und den drei Kinder im März 1940 in die USA.
Wie viele andere emigrierte Künstler fand auch Kálmán in den USA Respekt, jedoch relativ wenig Interesse für seine Kunst.

Erst im Juni 1949 kam die Rückkehr nach Europa. Zu dieser Zeit hatte bereits eine wahre Renaissance eingesetzt, unzählige Produktionen seiner Operetten belegen es. Der Heimkehrer und seine Familie waren durch die große Begeisterung überwältigt. Man ließ sich in Paris nieder. Dort verstarb Emmerich Kálmán 1953, einige Tage nach seinem 71. Geburtstag.

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